Sonderausstellungen

Gaststätten-Geschichte(n) 27.03. - 09.10.2022

Lange Zeit waren Sie eine Art zweites Wohnzimmer: die Gaststätten und Kneipen in der Nachbarschaft. Zu den älteren Gasthausstandorten Hoyas gehörte beispielsweise die Kirchstraße 1, wo es bereits um 1600 einen Ausschank für Getränke gab. Zuletzt gab es dort bis 1990 die „Altstadtschänke“. Fängt man an zu zählen, so ist die Liste der Gaststätten allein in Hoya und Umgebung lang.

Mit der Ausstellung „Gaststätten-Geschichte(n)“ werden viele der inzwischen geschlossenen Kneipen in Erinnerung gerufen, auch solche, die selbst der älteste Besucher nur aus Erzählungen kennen kann. Kleine Inszenierungen, Anekdoten und Erinnerungsstücke versetzen die Besucher in Zeiten, in denen verrauchte Gaststuben, Stammtische, gut besetzte Theken und viel Geselligkeit die Regel – anstatt wie heute die Ausnahme sind.

Am 09.10.2022 fand zum Ausklang der Ausstellung eine Sonderführung mit Hans Soltau und Henry Meyer statt.
Das Videomaterial dazu findet man hier:

Forschungsfelder der Archäologie, Mai bis 07.11.2021

Was lange währt … – ein Sprichwort, das auch zur Archäologie passen kann. 2009 wurde die Kommunalarchäologie in unserer Region neu aufgestellt. Seitdem übernimmt die Schaumburger Landschaft die archäologische Denkmalpflege unter anderem auch für den Landkreis Nienburg. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums sollte schon letztes Jahr die Wanderausstellung „Archäologie in Stadt, Land und Fluss“ nach Hoya kommen. Dann war es aber die Gegenwart einer Haussanierung und der Pandemie, die diese Planung vereitelten. – Währenddessen nahmen Bauprojekte in der Stadt Fahrt auf, und die Regionalarchäologie bekam in Hoya viel zu tun: Die Sanierungsarbeiten am Grafenschloss werden ebenso von archäologischen Arbeiten begleitet, wie auch der Neubau der ASB-Rettungswache auf dem Gelände des ehemaligen Kreiskrankenhauses. Und seit Kurzem wird auch wieder in der Deichstraße gegraben: im Bereich der ehemaligen Synagoge.

Zu den Tafeln über die Forschungsfelder der Archäologie zeigt das Museum Fundstücke aus regionalen und aktuellen Grabungen. Dazu gehören die Gründungspfähle der bislang unbekannten Bockwindmühle, die bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts gefällt wurden: 100 Jahre vor der ersten uns bekannten Mühle. Aber nicht nur jahrhundertealte Funde sind zu entdecken: ein weniger geläufiges archäologisches Forschungsfeld ist die Luftfahrtarchäologie. 2016 wurde bei Altenbücken ein deutsches Jagdflugzeug geborgen, das dort im Kriegswinter 1944/1945 abgestürzt war. Viele Fundstücke dieser Grabung sind in der Sonderausstellung zu sehen.

Hauch der Steine, bis 07.11.2021

Schon lange beschäftigen sich die Bremer Künstler und Autoren Lilo Almstadt und Heinz Meyer aus Bremen mit interkulturellen und interreligiösen Themen. Die Entdeckung eines Sandsteines, auf dem ein Halbmond erkennbar ist, gab einen neuen Impuls. Dieser, sowie 15 weitere Steine mit Symbolen aus dem Kontext von Christentum, Judentum und Islam, wurden Mittelpunkt reger Gespräche im interreligiösen Freundeskreis: Gemeinsamkeiten und Unterschiede wurden diskutiert.

Daraus entstand das Projekt „Hauch der Steine“: Heinz Meyer holte Hartmut Hasse ins Boot, die Steine zu inszenieren und zu fotografieren und Lilo Almstadt gewann den Religionspädagogen Dr. Manfred Spieß zur Mitarbeit an der inhaltlichen Auseinandersetzung und Hildegard Wilkse steuert Erklärungen zur geologischen Beschaffenheit der Steine bei. So entstand das Buch und die Fotoausstellung.

Die Intension der Autoren ist es, den interreligiösen Dialog zu fördern, indem Menschen über das Betrachten der Fotos miteinander ins Gespräch kommen. Aber sie geben den Besuchern auch Raum, in die besondere Welt der Steine einzutauchen: zum Träumen, Nachdenken, Inspirieren.

In Hoya werden diese Bilder an zwei Standorten präsentiert: während es im Heimatmuseum keine inhaltlichen Schwerpunkte bei der Symbolauswahl gibt und die Bilder in einer Kabinettausstellung im Café des Heimatmuseums zum Betrachten und Denken anregen, werden passend zum Arbeitskreis Synagoge im Treffpunkt Trefurt überwiegend die Fotos mit jüdischer Symbolik gezeigt.